moduLAAr

Pilotregion

Kurzinformation

Im Zuge des Projekts „moduLAAr“ wurden 50 Wohneinheiten mit einer modularen standardkonformen AAL Technologie ausgestattet. Die angebotenen Services stammen aus den Bereichen Komfort, Sicherheit, Gesundheit sowie soziale Interaktion und sollen das gesamte soziale Umfeld der BewohnerInnen berücksichtigen.

Die verwendeten Technologien wurden vor allem in Hinblick auf die Benutzerakzeptanz, die Usability und den Nutzen bzw. die Akzeptanz beim Daseinsversorger wissenschaftlich evaluiert.

Ziele und Evaluierungsansätze

Ziel des Projekts war es, 50 Wohnungen mit AAL-Lösung auszustatten und diese zu evaluieren. Evaluiert wurden sowohl die Akzeptanz und die Benutzbarkeit als auch die Veränderung der Lebensqualität durch die vorliegenden AAL-Lösungen.

Für diese Studie wurde ein quasi-experimentelles Längsschnittstudiendesign gewählt. Für die Evaluierung des Impacts der unterschiedlichen AAL-Module wurde ein Pre- und Post-Test durchgeführt. Insgesamt gab es fünf Erhebungszeitpunkte: Zwei Vorerhebungen und drei Nacherhebungen.

Um möglichst alle Faktoren zu erfassen, wurde nicht nur quantitativ, sondern auch qualitativ gearbeitet. Die qualitativen Daten wurden im Rahmen von Interviews, welche zu unterschiedlichen Zeitpunkten stattfanden, erhoben.

Lösungen und Technologien

Die verwendeten Technologien wurden hauptsächlich vom Austrian Institute Of Technology (AIT) entwickelt. Dazu gehören die HOMER Plattform zur Verarbeitung der Sensordaten, die Leichter Wohnen App für Tablets mit Funktionen wie Haussteuerung, Videotelefonie, Photoalbum, Erinnerungsfunktion, etc. sowie ein NFC-basiertes System zum Vitaldatenmonitoring. Dazu wurden ein Blutdruckmessgerät, eine Waage und ein Blutzuckermessgerät zur Verfügung gestellt. Zusätzlich wurde ein kommerziell verfügbares mobiles Notrufsystem eingesetzt.

Einige der Technologien wurden im Zuge des Projekts ständig weiterentwickelt und der Funktionsumfang sukzessive erhöht. Die Erfahrungen und Rückmeldungen der TestuserInnen sind wieder in die Entwicklung eingeflossen. Durch die lange Testphase konnten die TestuserInnen auch von den Weiterentwicklungen profitieren.

Mehr Informationen zur den verwendeten Technologien finden Sie im unten angeführten Dokument.

Testumgebung

Das moduLAAr System wurde in 39 bestehenden Wohnungen und in 11 Neubauten installiert. Bei den bereits bestehenden Wohnungen wurde auf einen geringstmöglichen Aufwand durch Ausnützung von modernster Funktechnologie geachtet. Bei den Neubauten wurde schon in der Planungsphase versucht die zu verwendeten AAL Technologien zu berücksichtigen, um so eine möglichst einfache und effektive Installation zu gewährleisten.

Der Großteil der Haushalte war durch den Samariterbund Burgenland betreut. Bei den restlichen Haushalten handelte es sich um Privatwohnungen. Die Haushalte befanden sich vorwiegend im Burgenland.

Ergebnisse

Aus den Daten hat sich klar eine positive Wirkung der AAL Technologie auf die Lebensqualität ableiten lassen, und zwar in jener Altersgruppe, in der ein Gleichbleiben der Lebensqualität schon als Erfolg gewertet werden kann. Vor allem das Befriedigen des Sicherheitsbedürfnisses durch unterstützende Technologie, aber auch das Auseinandersetzen mit der eigenen Gesundheit durch das regelmäßige Erfassen und Visualisieren der Vitaldaten hatte nachweislich einen positiven Einfluss auf die Lebensqualität.

Ein weiterer Aspekt der Evaluierung befasste sich mit der bestehenden Infrastruktur und welche Maßnahmen auf politischer Ebene existieren und genutzt werden, um die Situation für ältere Menschen zu verbessern bzw. den Zugang zu assistierenden Technologen zu erleichtern. Die fachlichen Empfehlungen, politischen Festlegungen sowie rechtliche Rahmenbedingungen zur Etablierung und Finanzierung von IKT-unterstützten Wohnformen für pflegebedürftige Personen sind für erste konkrete Umsetzungsschritte geeignet. Im Allgemeinen nützen Gemeinden, Trägerorganisationen oder Bundesländer die Möglichkeiten des Pflegefonds zur Gestaltung und Mitfinanzierung innovativer Wohnformen zurzeit jedoch noch kaum.

Verbreitungsaktivitäten

Im Zuge des Projekts wurde eine Musterwohnung am Standort Draßburg eingerichtet und während der Projektlaufzeit zur Besichtigung zur Verfügung gestellt. Zusätzlich wurden zahlreiche PR-Aktivitäten (Pressekonferenzen, Berichte in Rundfunk und Fernsehen, Veranstaltungen) gesetzt.

Darüber hinaus wurde eine Verwertungsstrategie entwickelt, die ein mehrstufiges Vermarktungskonzept vorsieht. Dieses soll einen kostengünstigen Einstieg in die AAL Technologie erleichtern und anfangs Lifestyle und Gesundheitselemente in den Vordergrund stellen. Mit der modularen Struktur kann das System dann leicht je nach Bedarf erweitert werden. Erste konkrete Umsetzungsschritte durch AIT, wo die Erfahrungen aus dem moduLAAr Projekt und anderen AAL Projekten einfließen, sind mit Partnern aus der Wirtschaft im Laufen. Diese Umsetzungsschritte sind mittlerweile soweit fortgeschritten, dass erste Verwertungsverträge mit einem österreichischen und deutschen Unternehmen unterschrieben sind und in Q3/2017 die Marketingmaßnahmen dieser Firmen anlaufen werden.

Projektfakten

Projekttitel: moduLAAR – Ein modulares skalierbares AAL System als Lifestyle Element für Silver-Ager bis zu betreutem Wohnen
Laufzeit: 01.09.2012 – 31.12.2015
Fördergeber: Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie
Programmleitung: Österreichische Forschungsförderungsgesellschaft (FFG)
Programm: IKT der Zukunft: benefit – Demografischer Wandel als Chance
Projektkoordinator: Dr. Johannes Kropf
Konsortialführer: AIT Austrian Institute of Technology GmbH

Konsortialpartner
Forschungseinrichtungen
AIT Austrian Institute of Technology GmbH
Fachhochschule Technikum Wien
Private Universität für Gesundheitswissenschaften, Medizinische Informatik und Technik GmbH
Mobile & Soziale Dienstleister
Samariterbund Burgenland
Subauftragnehmer
OSG (Oberwarter Siedlungsgenossenschaft)
WPU Consulting GmbH
Dr. Bernhard Rupp
Verklizan GmbH
Versicherungsanstalt für Eisenbahnen und Bergbau (VAEB)
A.ö. Krankenhaus der Elisabethinen Linz
Kapsch BusinessCom AG

Weitere Informationen finden Sie hier.

Kontakt: johannes.kropf@ait.ac.at